Ulrich H. J. Körtner

Schöpfungsverantwortung im Horizont einer vergänglichen Schöpfung: Eine evangelische Perspektive

Mittwoch, 30. September um 19 Uhr

Pfarre Allerheiligste Dreifaltigkeit, Alxingergasse 2, 1100 Wien

Vorinformation zum Vortrag:

Das Anthropozän, wie die gegenwärtige erdgeschichtliche Epoche genannt wird, verdankt seinen Namen der Eingriffstiefe, mit welcher die Gattung des Homo sapiens das Gesicht der Erde verwandelt hat und weiter verändert. Die Eingriffstiefe zeigt sich nicht nur in den Sedimenten der oberen Erdschicht, sondern auch im Klimawandel, der in starkem Maße von menschlichen Faktoren verursacht wird und bedrohliche Ausmaße angenommen hat. Ihn einzubremsen und gegenzusteuern ist aller globalen Anstrengungen wert. Dass sich auch die Kirchen im Umwelt- und Klimaschutz engagieren, verdient Unterstützung. Im umweltpolitischen Engagement soll der christliche Schöpfungsglaube praktisch werden. Es gehört zu den Herausforderungen eines biblisch fundierten Schöpfungsglaubens, die Vergänglichkeit der Schöpfung und die Verheißung ihrer Erlösung so zusammenzudenken, dass die Vollendung der Geschichte Gottes mit seiner Schöpfung nicht mit einem vermeintlich unbegrenzt fortdauernden Idealzustand der Welt verwechselt wird. Der Vergänglichkeit ist die Schöpfung, wie Paulus hinzufügt, auf Hoffnung hin unterworfen. Wie vom Menschen wird auch von der Schöpfung im Ganzen gesagt, dass sie von der Vergänglichkeit befreit werden soll „zu der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes“ (Röm 8,21).

Ulrich H.J. Körtner, emer. O. Univ.-Prof., Dr. DDr. theol., war von 1992 bis 2025 Ordinarius für Reformierte Theologie an der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien und von 2001 bis 2022 Leiter des Instituts für Ethik und Recht in der Medizin der Universität Wien.

Buchtipp:

Ulrich H.J. Körtner, Vergängliche Schöpfung. Schöpfungsglaube und Gottvertrauen in der Klimakrise, Leipzig 2024